
Also, mindestens eine Sache haben die Regierungsparteien auf jeden Fall gemeinsam. Beide stellen die seit Menschengedenken schlechtesten und unsympathischsten Fraktionsvorsitzenden im Bundestag. Und das bedauerlicherweise auch noch gleichzeitig.
Jedes Mal, wenn Jens Spahn oder Matthias Miersch oder beide zusammen auftreten, wie gerade wieder in Kiew, entscheidet sich in diesem Land wieder jemand, nicht (mehr) CDU bzw. SPD zu wählen. Das ist vielleicht nicht schön für die Betroffenen, aber so ist es nun einmal. Auch wenn ihre persönlichen Peergroups, die in diesem Fall deckungsgleich sind, das anders sehen.


Beide haben, zugegeben, keinen leichten Job. Aber wenn’s einfach wäre, könnte es ja jeder. Und jemand, der sich für kanzlertauglich hält, sollte mindestens eine Fraktion geräuschlos und effektiv führen können und nicht einen Skandal nach dem anderen aufhäufen. Und wer schon als Generalsekretär eine Fehlbesetzung war, sollte der Versuchung widerstehen, dem Ruf an die Fraktionsspitze zu folgen. Proporze oder Quoten zu bedienen, reicht da halt nicht. Auch wenn das seit vielen Jahren so im Handbuch des kleinen Parteifreunds steht.
Das gilt umso mehr, weil in Berlin längst wieder das Gespenst der Ampel umgeht. Der größere Teil der Schulden-Junta fremdelt mit so ziemlich allem, was sie da in den Koalitionsvertrag hineinverhandelt haben (lassen). Und der Juniorpartner macht trotz unterirdischer Wahlergebnisse immer noch einen auf breitbeinig und benimmt sich, als wäre er a) im Wahlkampf und b) unkaputtbar und sei es c) seine vornehmste Aufgabe, die Union vor sich her zu treiben. Dabei versuchen die Sozialdemokraten in Wahrheit lediglich dem Verwesungsgeruch zu entkommen, der die Partei umweht.

Es ist nicht nicht lange her, da sangen Merz, Klingbeil und Söder im Forum des Bundestages vor der Presse und unter den Augen staunender Mitarbeiter und Abgeordneten auf den Balkonen »Jetzt geht’s lohoooos!«. Da hatten sie sich gerade noch mit dem schon abgewählten Bundestag auf den letzten Metern der Murks-Ampel und unter tätiger Mithilfe der Grünen eine Mehrheit für ein paar Grundgesetzänderungen erschlichen, mit denen sie die Schuldenbremse lösen konnten. Nicht weniger als das Paradies bricht aus, so die Botschaft.
Inzwischen ist davon keine Rede mehr. Lediglich bei der Rüstungsindustrie wird noch Schampus gesoffen. Klingbeil, in seiner eigenen Partei bestenfalls noch geduldet, redet nur noch von Haushaltslöchern und – guter Witz! – mahnt zum Sparen. Strukturreformen? Fehlanzeige.
Nichts hört man von dem Sozialdemokraten und Kumpel von Ex-Kanzler Scholz, wie er Steuerhinterziehung und Machenschaften à la Cum-Ex unterbinden will. Da wären Milliarden zu holen. Ebenso mit einer Digital-Steuer, wie andere Länder sie längst haben und damit die globalen Datenkraken kräftig zur Kasse bitten. Ausgerechnet unter SPD-Regie hat die Debatte um die Staatsfinanzen schwere soziale Schlagseite. Das verstehe wer will.
Kanzlerchen Merz barmt, man können sich den Sozialstaat nicht mehr leisten, vergisst aber nie die Notwendigkeit von praktisch unbegrenzter Aufrüstung zu erwähnen. Garniert mit einem Treueschwur und Blankoschecks an die Adresse Kiews.[1]Links ist nicht vorbei

Man kommt schon nach wenigen Monaten um die Erkenntnis nicht herum: Merz gestaltet und führt nicht. Er fährt nur auf Sicht. Innen- wie außenpolitisch. Ein paar schöne Bilder – wie aus Toulon – verschleiern das nur.
Linke und Grüne nörgeln auf allen Kanälen, müssen sich aber nie die Mühe machen, produktive Vorschläge einzuspeisen. Was insbesondere den Grünen auch schwer fiele, da niemand vergessen hat, wem wir einen Großteil der gravierenden (wirtschaftlichen) Probleme zu verdanken haben. Die primär Verantwortlichen haben sich ja gerade vom Acker gemacht.
Dieser Staat kann es nicht.
Hendrik Wieduwilt
Der angeblich beliebteste deutsche Politiker Boris »Pistolero« Pistorius redet im Goebbels-Sprech von Kriegstüchtigkeit, kommt dem Ziel mangels der Basics aber nicht näher. Und das trotz der dicken Schulden-Berta. Vielleicht mangelt es eher an Dingen, die man nicht kaufen kann. Die linke Weiblichkeit der Sozis aus Ost und Süd und West begreift sich immer noch lediglich als Schutzmacht der Sozialstaatsprofiteure aus aller Herren Länder, während sich Arbeitnehmer – ja, die gibt es tatsächlich auch noch, wenngleich in schwindender Zahl – zunehmend fragen, warum und wie sie diesen Zirkus eigentlich finanzieren sollen, wo sie doch selbst kaum noch über die Runden kommen. Fleiß hin oder her.
Dann noch ein bisschen teure Berliner Symbolpolitik für die jeweilige Klientel. Das soll dann der versprochene Politikwechsel sein.[3]Und was die irrlichternde CDU-Kanone von der Leyen in Brüssel da so treibt, ist noch mal ein Thema für sich. Da kommt das dicke Ende auch nach. [4]Nachtrag: Na, was habe ich gesagt…
Wem das wohl nützt? Merkt ihr selbst, ne?
Anmerkungen
| ↑1 | Links ist nicht vorbei |
|---|---|
| ↑2 | dawum.de |
| ↑3 | Und was die irrlichternde CDU-Kanone von der Leyen in Brüssel da so treibt, ist noch mal ein Thema für sich. Da kommt das dicke Ende auch nach. |
| ↑4 | Nachtrag: Na, was habe ich gesagt… |










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