Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Neuer alter Ärger um Amazon in Belle

Das Ama­zon-Ver­teil­zen­trum in Bel­le bei Horn-Bad Mein­berg ist nicht nur ein ste­ter Quell des Gel­des für Jeff Bezos, son­dern auch der Freu­de für alle, die damit nolens volens zu tun haben. Mot­to: Gewin­ne pri­va­ti­sie­ren, Kos­ten abwälzen.

So soll der Aus­schuss für Stadt­ent­wick­lung und Lie­gen­schaf­ten der Stadt Horn-Bad Mein­berg am heu­ti­gen 3. Sep­tem­ber beschlie­ßen, dass im Indus­trie­park Lip­pe eine Park­platz-WC-Anla­ge errich­tet wird und die Ver­wal­tung die Pla­nun­gen dazu aufnimmt. 

Für die­se Inves­ti­ti­on sol­len im nächs­ten städ­ti­schen Haus­halt 200.000 Euro ver­an­schlagt wer­den. Dar­über hin­aus ent­ste­hen der Stadt wei­te­re lau­fen­de Kos­ten für Unter­halt, täg­li­che Rei­ni­gung, Was­ser und Abwas­ser etc., die noch nicht abschätz­bar sind. 

»Vor der Ansied­lung von Ama­zon gab es das Pro­blem mit den vie­len par­ken­den Last­wa­gen und der damit lei­der ver­bun­den Ver­mül­lung im Indus­trie­park Lip­pe nicht. Außer­halb des Ama­zon Gelän­des gibt es momen­tan auch kei­ne offi­zi­el­len LKW-Park­plät­ze im Indus­trie­park. War­um soll die Stadt Horn-Bad Mein­berg dafür wei­te­re wert­vol­le eige­ne Flä­chen zur Ver­fü­gung stel­len und die WC-Anla­gen für Ama­zon finan­zie­ren?« fragt Cord Heit­he­cker, der sich jetzt bei der Kom­mu­nal­wahl für Die Lin­ke um einen Sitz im Stadt­rat bewirbt.

Eher klei­ne Lösung: So sieht bei­spiels­wei­se eine LKW-WC-Anla­ge in Sit­ten­sen aus.

Der Flä­chen­kauf und die Finan­zie­rung der Errich­tung der Anla­gen sei­en die ori­gi­nä­ren Auf­ga­ben von Ama­zon; dies hat die Stadt nicht zu sub­ven­tio­nie­ren. Auf der geplan­ten Park­platz­flä­che könn­te sich auch ein wei­te­rer Indus­trie­be­trieb ansie­deln. Durch den Ver­kauf die­ser Flä­che hät­te die Stadt dann sogar Ein­nah­men. »Der­ar­ti­ge Pro­ble­me sind von ande­ren Ama­zon Logis­tik­la­ger-Stand­or­ten lan­ge bekannt. Han­delt es sich hier um eine erneu­te Fehl­pla­nung zu Las­ten des Steu­er­zah­lers?“ so der Agrar­ex­per­te und Landwirt. 

»Mir berei­ten die städ­ti­schen Finan­zen gro­ße Sor­gen: Des­halb ist es mir ein drin­gen­des Anlie­gen, Trans­pa­renz in die Ver­trä­ge und Geld­flüs­se rund um die Ansied­lung von Ama­zon zu brin­gen. Seit über drei Jah­ren for­de­re ich von unse­rer Ver­wal­tungs­spit­ze eine Über­sicht aller Kos­ten bezüg­lich der Ansied­lung von Ama­zon nach dem Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz, bis­her lei­der erfolg­los«, moniert Heit­he­cker. »Und des­halb kan­di­die­re ich auch in mei­nem Hei­mat­wahl­be­zirk für die Par­tei Die Lin­ke für einen Sitz im Rat der Stadt Horn-Bad Mein­berg. Bür­ger haben das Recht zu erfah­ren, was uns Ama­zon schon gekos­tet hat und uns immer wei­ter kos­ten wird.«

Dia­na Ammer, lang­jäh­ri­ges Rats­mit­glied, bemän­gelt dar­über hin­aus, dass der alte Rat mit die­sem Beschluss den Ent­schei­dun­gen des zukünf­ti­gen Rates vor­grei­fen wür­de und damit des­sen Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten über zukünf­ti­ge Haus­halts­pla­nun­gen ein­schrän­ken wür­de – »ohne nach­voll­zieh­ba­ren Grund und in unde­mo­kra­ti­scher Weise«. 

Auch Ammer moniert das Feh­len jeder Trans­pa­renz und den Ver­stoß gegen den Öffent­lich­keits­grund­satz in der Haus­halts­pla­nung. Auch sie for­dert seit Jah­ren die Auf­lis­tung aller bis­he­ri­gen und noch zu erwar­ten­den Kos­ten in Bezug auf die Ansied­lung von Ama­zon und die Erwei­te­rung des Indus­trie­parks. »Die Inhal­te der Ver­trä­ge zwi­schen der Stadt und Ama­zon sowie der Stadt und drei Land­wir­ten in Ver­bin­dung mit der dau­er­haf­ten Bereit­stel­lung von Arten­schutz­flä­chen wer­den nach wie vor unter Ver­schluss gehal­ten,« resü­miert die Stadtverordnete.

Vorlage_VL-1068–20-25

Ein Kommentar

  1. Günter Till Günter Till 4. September 2025

    Die Mehr­heit des Rates der Stadt Horn-Bad Mein­berg stimmt immer noch gegen die eige­ne Stadt, statt für die Stadt und schränkt damit den Spiel­raum des zukünf­ti­gen Rates erheb­lich ein.
    Außer­dem wird dabei der eige­ne ein­stim­mi­ge Beschluss von vor zehn Jah­ren ver­ges­sen, die Stadt zu einer bar­rie­re­frei­en Stadt zu entwickeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert